Nachdem Speerwerfer Julian Weber Anfang Mai vor seinem Wettkampf im kroatischen Split positiv auf COVID-19 getestet wurde, musste er zunächst für mehrere Tage in die heimische Quarantäne im Keller seiner Eltern. Das positive Testergebnis – es kam zur Unzeit. Der Sportsoldat hätte in Split seinen ersten Wettkampf nach der WM 2019 in Doha absolviert – das Jahr 2020 war für ihn bereits wegen einer Fuß-OP ins Wasser gefallen. Dazu – und ungünstiger hätte alles also gar nicht kommen können – wäre der gebürtige Mainzer am vergangenen Dienstag eigentlich mit seiner Erstimpfung versehen worden. „Klar war die Situation nicht schön, aber ich lasse mich davon nicht aus der Bahn werfen“, gibt sich der 26-Jährige kämpferisch. „Mein Verein, der USC Mainz, und mein Vereinskollege Niklas Kaul hatten mich mit Trainingsgeräten ausgestattet, so dass ich mich im Keller und im Garten meiner Eltern fithalten konnte.“
Nach zwei negativen PCR-Tests (einer vom Gesundheitsamt Mainz und einer durch das Gesundheitsamt seines Wohnortes in Berlin) durfte Weber die Quarantäne vorzeitig beenden und trat sodann kurzerhand beim Wettkampf am zurückliegenden Wochenende in Halle an. Mit 83,04 Meter lieferte er damit zwar einen 80-Meter-Wurf, zur Qualifikation für die Olympischen Spiele reichte dies aber noch nicht. „Es war ein ganz guter Anfang. Natürlich hätte es gerne auch jetzt schon über die Qlympianorm gehen können, aber da hat beim ersten Wettkampf nach so langer Zeit einfach etwas die Routine gefehlt. Beim Einwerfen habe ich aber gemerkt, dass es definitiv noch viel weiter gehen kann“, zog der Speerwerfer ein durchaus positives Fazit.
Nach der verpassten Qualifikationschance in Split und der kurzzeitigen quarantänebedingten Zwangspause möchte er nun am 21. Mai beim Internationalen Leichtathletik Meeting in Dessau nochmals angreifen. „Danach trete ich noch am 25. Mai beim Wettkampf in Schönebeck und natürlich bei den Deutschen Meisterschaften vom 4. Juni bis 6. Juni an, um mir mein Ticket für Tokyo noch zu sichern“, gibt Weber eine Kampfansage an seine Konkurrenten um die drei Startplätze ab.

FOTO: Julian Weber/dpa_picture alliance