
Nach einer Höchstleistung die richtigen Worte zu finden oder gar eine schier unerklärliche Niederlage passend zu kommentieren – all dies ist gar nicht so einfach. Eigentlich will man nur feiern, alleine sein oder duschen. Doch dann tauchen Kameras, Mikrofone und Handys auf. Die Reporter*innen und Journalist*innen brauchen O-Töne, erste Fotos und Einschätzungen. Es sind nur Sekunden oder wenige Minuten, die dann darüber entscheiden, welches Bild die Sportler*innen vermitteln, wie sie sich darstellen und geben. Das Gute an der Sache ist: Diese speziellen Situationen kann man trainieren, um sie für die Zukunft vertrauter und handelbar zu machen.
Ein Mal pro Jahr wird ein solches Trainingsmodul über die Deutsche Sporthilfe und den Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland für die Athlet*innen unseres OSP angeboten. „Es wäre naiv zu glauben, der Job eines Profisportlers sei damit getan, von der Bahn oder aus dem Becken zu gehen. Bereits davor und danach liegen weitere wichtige Aufgaben im Umgang mit den Medien, die für den Verlauf der Karriere enorm wichtig sind“, ist Hauptseminarleiter und ehemaliger Handball-Nationalspieler Volker Michel von der Notwendigkeit überzeugt.
In diesem Jahr fanden sich bereits zum siebten Mal bei der über die Laufbahnberaterinnen Marlene Wienold und Nina Reermann vom Olympiastützpunkt Rheinland Pfalz/Saarland organisierten Veranstaltung elf Sportlerinnen und Sportler Mitte November im Bootshaus des Mainzer Rudervereins ein, um an den relevanten Themen zu arbeiten. Wie in den vorangegangenen Jahren war das herrlich am Rhein gelegene Gebäude des Mainzer Rudervereins die optimale Örtlichkeit für das Tagesseminar, das von Michael Salisch (zuständig für den Leistungssport beim MRV) unterstützt wurde und der die Athlet*innen auch persönlich zu Beginn begrüßte. Neben zahlreichen Nachwuchs-Talenten wie Bahnradfahrerin Jette Simon aus Kaiserslautern war auch Stabhochspringer Oleg Zernikel mit von der Partie, der als Olympiateilnehmer von Tokyo 2021 bereits Medienerfahrung mitbringt.
„Ich finde ein solches Training auch schon für jüngere Athlet*innen extrem wichtig, einfach damit man lernt, zu sprechen und zu kommunizieren und die richtigen Antworten zu geben. Natürlich sieht man zwischen mir, der schon etwas mehr Erfahrung im Umgang mit diesem Thema hat, und einem ganz unerfahrenenen Nachwuchstalent einen Unterschied. Aber auch ich profitiere von diesem Seminar, weil man immer wieder wichtige Tipps bekommt und sich ständig weiterentwickeln kann“, sagt Zernikel und fügt hinzu: „Selbst ich hatte bei einigen Fragen und Themen Probleme, zu antworten und musste erst einmal genau überlegen. Daher ist das Seminar eine sehr gute Übung, die ich super gerne auch noch einmal wiederholen würde. Man lernt seine Schwächen kennen und kann gezielt daran arbeiten. Je mehr man in den Leistungssportbereich kommt, desto wichtiger ist die Beherrschung des Umgangs mit den Medien.“
Klar ist, das Medienseminar der Sporthilfe stellt nur einen Baustein dar, den die Sportler*innen nutzen können. „Natürlich kommt es am Ende darauf an, wie groß das Medieninteresse bei jedem einzelnen Sportler ist. Aber dieses Tagesseminar ist eine elementare Basis, auf der nach Bedarf natürlich weiter aufgebaut werden kann. Als Grundlage ist es unerlässlich und bietet vielen Teilnehmern solch wertvolle Impulse, dass vieles danach schon sicherer und einfacher wird“, so Michel und ergänzt: „Je besser wir etwas vorbereiten, desto mehr nehmen wir ihm dem Schrecken.“
FOTOS: OSP / Nina Reermann, Marlene Wienold
