„Wer verliert, ist kein Verlierer – Gena Cudinovic vor der WM“

kurz vor einer Weltmeisterschaft könnte man große Kampfansagen erwarten. Gena Cudinovic sagt im Gespräch einen anderen Satz:

 

„Ich nehme den Moment gerade so mit, wie er ist.“

Wir erreichen den 32-jährigen Freistilringer im Trainingslager in Heidelberg. Hinter ihm liegen intensive Einheiten, vor ihm liegt die WM in Astana. Am 29. Oktober soll er in der Klasse bis 97 Kilogramm auf die Matte gehen.

Für Gena ist es auch eine Rückkehr: In Kasachstan wurde er geboren, dort verbrachte er seine ersten sechs Lebensjahre. Vielleicht werden Verwandte in der Halle sitzen. Eine besondere Bühne für einen Athleten, dessen Weg zuletzt alles andere als geradlinig war.

Olympia in Tokio, Platz acht. Dann die Hoffnung auf Paris. Gesundheitliche Probleme, Verletzungen, immer wieder neu anfangen. Gena beschreibt diese Zeit als Achterbahn. In diesem Jahr folgten der deutsche Meistertitel und die erneute WM-Nominierung.

 

Wie schafft man es, nach solchen Rückschlägen wieder an sich zu glauben?

Seine Antworten ziehen sich wie ein roter Faden durch die neue Folge von „Mehr als nur Gold“.

Gena konzentriert sich auf das, was er beeinflussen kann: trainieren, sich vorbereiten, seine Leistung abrufen. Was passiert ist, lässt sich nicht ändern. Was kommt, nur bedingt steuern. Seine Energie gehört der Aufgabe, die jetzt vor ihm liegt. Das heißt keineswegs, dass er immer ruhig wäre. Er erzählt von Nächten vor Wettkämpfen, in denen er gar nicht geschlafen hat. Von Aufregung trotz jahrelanger Erfahrung. Und von Tagen, an denen er sich morgens schlecht fühlte – und anschließend einen guten Wettkampf gerungen hat.

 

Ein schlechtes Gefühl muss noch keinen schlechten Wettkampf bedeuten. Gena hat erlebt, dass der Gedanke „Ich mache das Beste daraus“ auch Druck nehmen kann. Sein Vertrauen schöpft er aus der Arbeit, die er geleistet hat. Auch nach Niederlagen hat er seinen Weg gefunden: erst einige Minuten Ruhe, dann reden und analysieren. Was ist passiert? Was lässt sich verbessern? Dabei weiß er Menschen an seiner Seite, die ihn durch schwierige Phasen begleiten, Trainingspläne anpassen und seine unterschiedlichen Gemütslagen mittragen. Was er über die Jahre gelernt hat, bringt er so auf den Punkt: „Es ist ja eigentlich keine Schande, wenn man mal scheitert.“

Mit dieser Erfahrung reist Gena zur WM. Eine Medaille wäre wunderbar. Sein persönlicher Maßstab reicht jedoch tiefer: Er möchte nach Hause kommen und wissen, dass er alles gegeben hat. Im Podcast sprechen wir darüber, wie dieses Vertrauen gewachsen ist, was kurz vor dem Kampf in seinem Kopf passiert und was junge Athletinnen und Athleten aus seinen Erfahrungen mitnehmen können.

 Jetzt „Mehr als nur Gold“ mit Gena Cudinovic hören:

Hör jetzt rein in die neue Folge von „Mehr als nur Gold“ – der neue Podcast des OSP Rheinland-Pfalz/Saarland.

🎧 Jetzt die siebte Folge anhören und entdecken, warum Spitzensport mehr ist als nur Gold.