Es war ein EM-Turnier für die Geschichtsbücher. Mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille avancierte Deutschland bei den Individual-
Europameisterschaften 2022 in Madrid/Spanien (25. bis 30. April) mit Abstand zur erfolgreichsten Nation. Zwei Titelgewinne bei derselben Veranstaltung verbuchte der Deutsche Badminton-Verband (DBV) zuvor einzig vor 50 Jahren.

Ein Spieler war dabei gleich an beiden Turniersiegen beteiligt: Mark Lamsfuß gewann sowohl im Herrendoppel mit Marvin Seidel (beide 1. BC Wipperfeld) als auch im Mixed an der Seite von Isabel Lohau (1. BCSaarbrücken-Bischmisheim) das EM-Finale. Isabel Lohau wurde zudem mit Linda Efler (SC Union
Lüdinghausen) Vizeeuropameisterin im Damendoppel. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich glaube, ich kann es noch nicht so richtig realisieren. Ich bin
in jedem Fall überglücklich“, meinte Mark Lamsfuß nach der zweiten Siegerehrung, bei der die deutsche Nationalhymne erklang. Der 28-Jährige ist der erste Spieler seit 2002, der bei derselben Individual-EM zwei Goldmedaillen holte.

Marvin Seidel, Partner von Lamsfuß im Herrendoppel zeigte sich ebenfalls voller Stolz: „Das war natürlich eine großartige Woche für uns und vor allem für Badminton-Deutschland. Wir hatten ein super Teamgefühl mit allen Beteiligten und ich glaube, das hat auch immens zu den super Ergebnissen beigetragen.“

Mixed:

Im ersten Match des letzten Veranstaltungstages in Madrid schrieben Mark Lamsfuß und Isabel Lohau bereits Badmintongeschichte: Sie gewannen als erste deutsche Paarung in der Historie der im Jahr 1968 eingeführten European Championships den Titel im Mixed. Im Finale am Samstag
(30. April 2022) bezwangen die Weltranglisten-15. als Nummer vier der Setzliste Thom Gicquel/Delphine Delrue (Weltranglistenplatz 11; Setzplatz 2) mit 16:21, 22:20, 21:16. Die bisherigen drei Aufeinandertreffen hatten die Franzosen jeweils für sich entschieden. Wir sind sehr glücklich! Es war ein hartes Spiel und sehr eng. Wir standen schon mit dem Rücken zur Wand, aber im dritten Satz hatten wir mehr Selbstvertrauen, waren mutiger, haben mehr agiert statt reagiert. Ich glaube, das hat letztlich den Unterschied gemacht“, meinte Isabel Lohau strahlend. Die 30-Jährige und ihr Mixedpartner hatten 2022 erstmalig in ihrer Karriere das EM-Finale erreicht.

Herrendoppel:

Im Herrendoppel stand der Turniersieg für das deutsche Duo bereits nach 36 Minuten fest: Im Finale behielten die amtierenden Vizeeuropameister Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (Weltranglistenplatz 17; Setzplatz 2) gegenüber den Schotten Alexander Dunn/Adam Hall (Weltranglistenplatz 36; Setzplatz 6) mit 21:17, 21:16 die Oberhand und verbuchten damit den ersten Titelgewinn in dieser Disziplin für den DBV seit 1974.  Wir hatten uns vorgenommen, das Turnier zu gewinnen, und jedes Spiel war mental eine Herausforderung. Wir wurden von Spiel zu Spiel besser und haben am Ende verdient den Titel gewonnen. Es ist sehr schön, dass wir die Chance, die uns im Vorjahr genommen wurde, nutzen konnten“, sagte Marvin Seidel.

Damendoppel:

Linda Efler und Isabel Lohau (Weltranglistenplatz 25; Setzplatz 4) gewannen unterdessen in Madrid die erste Silbermedaille für Deutschland im Damendoppel bei Individual-Europameisterschaften seit 2006. Seinerzeit hatten Nicole Grether/Juliane Schenk in Den Bosch/Niederlande das Finale erreicht. Die amtierenden Deutschen Meisterinnen unterlagen im Endspiel der European Championships 2022 den Schwestern Gabriela und Stefani Stoeva aus Bulgarien mit 14:21, 10:21. Die topgesetzten Weltranglistenneunten holten damit ihren dritten EM-Titel in Folge nach 2018 und 2021.

Ich bin erst einmal sprachlos und freue mich für die Spieler*innen, die auch die schwierigen Bedingungen hier in der Halle – mit den sehr schnellen Bällen – sehr gut angenommen haben. Sie haben zudem taktisch top agiert und sind auch in den schwierigen Phasen stabil geblieben“, zeigte sich Detlef Poste, der Chef-Bundestrainer im DBV, angesichts der bemerkenswerten EM-Bilanz von Madrid angetan.

Wir gratulieren unseren OSP-Athlet*innen zu diesem sensationellen Erfolg und sinf riesig stolz auf euch!

FOTO: Claudia Pauli / DBV