Trainingswissenschaftler Dr. Thomas Dupré macht Bewegungsabläufe mit Daten greifbar
Schon minimale Unterschiede entscheiden im Hochleistungssport über Erfolg und Misserfolg. Eine wichtige Ressource beim Kampf um Zentimeter, Zehntelsekunden und den entscheidenden Wettkampfvorteil ist die Biomechanik bzw. Trainingswissenschaft mit ihren Verfahren der Kraftmessung und Videoanalyse. Einer von zwei Experten dafür beim Olympiastützpunkt RLP/Saarland ist der Trainingswissenschaftler Dr. Thomas Dupré.
Seit Juni 2022 arbeitet der gebürtige Nordrhein-Westfale, der in Bad Honnef bei Bonn geboren und in Rheinland-Pfalz aufgewachsen ist, beim OSP. „Ich habe vorher an der Sporthochschule in Köln promoviert und hatte nach meinem Umzug nach Bad Kreuznach das Glück, dass die einzige Trainingswissenschaftlerstelle in Rheinland-Pfalz durch den Wechsel von Thiemo Pelzer nach Hannover frei wurde“, berichtet der 36-Jährige. „Mein Dienstsitz ist in Mainz an der Universität. Hier habe ich ein Büro im Untergeschoss des Berno-Wischmann-Hauses. Da ich sehr viel mit den Trampolinturnern in Bad Kreuznach arbeite oder im Land unterwegs bin, arbeite ich auch aus dem Homeoffice.“
Auf die Frage, was genau seine Aufgaben sind und was das Spannende daran ist, verrät Dupré: „Als einziger Trainingswissenschaftler für Rheinland-Pfalz bin ich für alles zuständig, was in dem Bereich anfällt. Das reicht von komplexer Bewegungsanalyse im Trampolinturnen über Wettkampfbetreuung bei internationalen Höhepunkten im Kanu-Slalom bis hin zu Athletiktraining. Diese Vielseitigkeit ist sehr anspruchsvoll, weil jede Sportart natürlich ganz eigene Anforderungen und Fragestellungen mitbringt. Gleichzeitig macht das meinen Job aber auch sehr abwechslungsreich.“ Die Sportarten, mit denen der Bad Kreuznacher am meisten Kontakt hat: Trampolin, Bahnrad, Leichtathletik und Kanuslalom. Das Spektrum an Sportler*innen, mit denen er zu tun hat, ist breit gestreut und reicht von Nachwuchsathlet*innen, die gerade frisch in den NK1 aufgenommen wurden und ihre ersten Kontakte mit dem OSP haben, bis hin zu Weltklasseathlet*innen wie Niklas Kaul, Fabian Vogel und Luca Spiegel, die bei den Olympischen Spielen in Paris am Start waren. Dupré sagt: „Ich bin immer wieder beeindruckt, zu welchen Spitzenleistungen die rheinland-pfälzischen Athlet*innen im Stande sind – auch wenn die Trainingsbedingungen hier im Land oft nicht auf dem Niveau wie an anderen Standorten sind.“
Aber welchen Benefit haben die Athlet*innen durch eine professionelle Betreuung im Bereich Trainingswissenschaft/Biomechanik ganz konkret? „Meine Arbeit besteht in den meisten Fällen daraus, Bewegungsabläufe mit Daten greifbar zu machen, um sie so zu optimieren und die Athleten*innen durch die Zusammenarbeit mit den Trainern zu unterstützen“, verdeutlicht Dupré, der in Saarbrücken und Karlsruhe Sportwissenschaften studiert und in Köln im Bereich Biomechanik und Bewegungsanalyse promoviert hat. „Dadurch können wir zum Beispiel im Trampolin auch bei komplexen dreidimensionalen Bewegungen Fehler identifizieren und gemeinsam versuchen, diese im Training zu beheben. Allgemein kann man sagen, dass vor allem technisch komplexe Sportarten von meiner Arbeit profitieren können.“ Aber auch in ausdauer- und kraftfokussierten Sportarten gibt es meistens Verbesserungspotenzial durch die Optimierung von Bewegungen.
„Wichtig ist dabei aber auch, dass eine regelmäßige Betreuung stattfindet, um die mittel- und langfristige Entwicklung abbilden zu können“, stellt Dr. Thomas Dupré abschließend klar. „Sporadische Diagnostiken haben nur einen geringen Nutzen.“
Erreichbar ist Dr. Thomas Dupré via Mail unter t.dupre@olympiastuetzpunkt.org oder per Telefon unter 0151/20315511.
