„Die Olympischen Spiele 2030 sind mein großes Ziel“
Bobfahrerin Charlotte Candrix (21) vom BSC Winterberg im OSP-Interview
Bobfahrerin Charlotte Candrix vom BSC Winterberg hat ein großes Ziel: Die 21-Jährige, die in Kirchen/Sieg geboren wurde und in Alpenrod im Westerwald wohnt, will unbedingt bei den nächsten Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich mit von der Partie sein. Im Interview spricht die Polizeimeisteranwärterin über die zurückliegende Saison, wie sie ihre Perspektiven einschätzt – und wie sie das entbehrungsreiche Leben einer Spitzensportlerin managt.

Charlotte, Du hast eine sehr erfolgreiche Saison als Pilotin im Juniorenbereich absolviert. Wie zufrieden bist Du und was waren deine größten Erfolge der vergangenen Monate?
Ich bin sehr zufrieden mit der Saison 2025/26. Ich habe neben dem JWM-Titel im Zweierbob auch den JEM-Titel im Mono- und Zweierbob eingefahren. Hinzu kommt, dass ich zum ersten Mal in beiden Disziplinen die Europa Cup-Gesamtwertung gewonnen habe. In den meisten Rennen bin ich im Mono sowie im Zweierbob mit meine Anschieberinnen bereits mit der schnellsten Startzeit ins Rennen gegangen. Was auch zeigt, dass athletisch im Jahr 2025 einiges bei mir passiert ist – und worauf sich aufbauen lässt.
Inwiefern hast Du das Maximale herausgeholt?
Es gab für mich keine Möglichkeit auf eine Qualifikation für den Weltcup. Die Mannschaft für den Weltcup und die Olympischen Winterspiele war bereits vornominiert. Dadurch habe ich in meinen Augen dennoch das Mögliche und Maximale rausgeholt. Gemeinsam mit meinem Team haben wir mit sieben von acht Siegen im Zweierbob den Europa Cup dominiert. Hinzu kommen drei weitere Siege und Podestplätze im Monobob.
Dass Du so nebenbei Deine Zwischenprüfung bei der Bundespolizei in Bad Endorf erfolgreich bestanden hast, macht diese Saison für Dich noch einmal „runder“, stimmt´s?
Durch die Zwischenprüfung im Sommer waren die Monate von März bis Juli natürlich mit Lernstress verbunden. Das Konzept bei der Bundespolizei in der Sportfördergruppe ist dennoch so optimal auf uns Sportler abgestimmt, dass ich trotzdem alles gut unter einen Hut bekommen habe.
Mit welchen Gefühlen hast Du die Olympischen Winterspiele verfolgt – und was nimmst Du mit?
Ich habe alles gespannt verfolgt und die Daumen gedrückt. Die Spiele waren eine Riesenmotivation für mich, in vier Jahren auch dort zu stehen.
Insider sehen in Dir tatsächlich eine aussichtsreiche Kandidatin für die Spiele im Februar 2030 in Frankreich. Wie schätzt Du selbst Deine Chancen ein – und was würde es Dir bedeuten, dort dabei zu sein?
Die Spiele 2030 sind mein großes Ziel. Darauf wird in den nächsten Jahren alles ausgelegt. Mir macht dieser Sport Riesenspaß – und der steht für mich an erster Stelle. Das bedeutet, mit viel Gelassenheit und Spaß das große Ziel zu verfolgen.
Das Leben einer Spitzensportlerin ist immer entbehrungsreich und mitunter beinhart. Was treibt Dich trotz allem immer wieder an?
Klar bin ich an manchen Tagen mehr motiviert als an anderen, aber gerade das gehört dazu und damit muss man lernen umzugehen. Gerade die Tage, wo es einem schwerer fällt trotzdem aufzustehen und durchzuziehen, machen den Unterschied. Mir ist aber neben anstrengenden Tagen Abwechslung sehr wichtig. Ich gehe auch gerne mal einen Kaffee trinken oder mache gerne Ausflüge, um einfach mal was anderes zu sehen. Auf der einen Seite treiben mich meine Familie und meine Liebsten an und geben mir Energie. Und auf der anderen Seite ist einfach das große Ziel, das ich mir vor Augen führe – die Olympischen Spiele.
Wann beginnst Du mit der Vorbereitung auf die nächste Saison?
Zielsetzung für die nächste Saison: Weltcup. Ende März starte ich in meiner athletische Sommervorbereitung – mit Wiederaufnahme meiner Ausbildung bei der Bundespolizei.
